Deutsche AIDS-Hilfe

Zusammenarbeit von Netzwerk plus mit der Deutsche AIDS-Hilfe e.V.

Die DAH ist der Dachverband der ca. 120 regionalen Aids-Hilfen in Deutschland. Diese betreiben strukturelle Prävention und Gesundheitsförderung im Bereich HIV/Aids und anderer sexuell übertragbarer Krankheiten (STD) mit den und für die besonders von diesen Krankheiten bedrohten und betroffenen Gruppen.

Das Konzept der strukturellen Prävention besteht aus

  • Primärprävention (= Arbeit, um Infektionen zu vermeiden), weil man weiß, dass eine Infektion ein gesundheitlicher Schaden ist und auch andere dadurch gefährdet werden;
  • Sekundärprävention, weil man nicht will, dass Infizierte krank werden; und
  • Tertiärprävention, weil man nicht will, dass es den Kranken schlecht geht.

Stellungnahme der DAH zur Resolution des 120. Positiventreffens im Waldschlösschen

                                                                                                                            Rundbrief 14/2007


Abteilung 1
Menschen mit HIV und Aids/MSM
Dirk Hetzel/Dr. Dirk Sander
Fon 030 69 00 87 50
E-mail: dirk.hetzel@dah.aidshilfe.de
dirk.sander@dah.aidshilfe.de

Repression ist kein geeignetes Mittel der Prävention

Aus fachlicher Sicht unterstützen wir die Auffassung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 120. Bundesweiten Positiventreffens, die am 20. Juni 2007 eine Resolution zum Thema „HIV/Aids: Repressive Maßnahmen behindern die Prävention“ verabschiedet haben.

NETZWERKE: SPRACHROHRE DER SELBSTHILFE IM DAH-VERBAND

von Ricardo Schulze und Thomas Wilde, Sprecher des DAH-Delegiertenrates

Zu Beginn der Aids-Ära in Deutschland in den frühen 1980er Jahren waren fast ausschließlich schwule Männer von HIV und Aids betroffen. Rasch kamen jedoch weitere Gruppen hinzu: erst Drogengebraucher/innen, dann heterosexuell infizierte Frauen und Männer, schließlich Migrantinnen und Migranten aus den südlich der Sahara gelegenen Hochprävalenzländern. Was diese Menschen verbindet, ist im Grunde nur die Infektion oder die Bedrohung durch das Virus, denn wie sie damit umgehen und auf welche Ressourcen sie dabei zurückgreifen können, ist – abhängig von ihren Lebensverhältnissen – sehr unterschiedlich: Ein gut situierter schwuler Mann beispielsweise kann mehr für seine Gesundheit und sein Wohlbefinden tun als ein auf der Szene lebender Junkie oder eine allein erziehende Mutter mit schmalem Einkommen; und ein afrikanischer Migrant mit ungesichertem Aufenthaltsstatus hat noch einmal ganz andere Sorgen und Nöte als jemand mit deutschem Pass. Hinzu kommt die Unterschiedlichkeit der Lebensstile, der kulturellen Prägungen, der Normen und Werte.

“Schreibtischtäter” — Aids-Hilfe-Aktivist Rainer Schilling wird Rentner

Der berühmte Schreibtisch ist schon Geschichte. Jahrelang stapelte Rainer Schilling darauf Studien, Fachzeitschriften, Bücher und Broschüren, als hätte die Deutsche Aids-Hilfe kein Geld für Regale. Die Stapel wuchsen in die Höhe und wuchsen zusammen, bis der ganze große Schreibtisch ein einziger Ausgrabungsort wurde. Wenn Rainer Schilling etwas suchte, wirkte er immer etwas raschelig, wie das Papier, in dem er gerade wühlte, schien in der Tiefe aber ganz ruhig zu sein. Oder war es umgekehrt?