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Netzwerk plus ticker — Regelmäßiges E-Mail-Rundschreiben
Das bundesweite Netzwerk der Menschen mit HIV und Aids wurde 1996 von engagierten HIV-Positiven gegründet. Es entstand als Reaktion auf die zunehmende Professionalisierung der als "etabliert" wahrgenommenen Aidshilfen.
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Aids und Armut – ein vernachlässigter Zusammenhang!
Verfasst von Felix am Mo, 25/08/2008 - 18:06.Netzwerk plus ticker #7
Berlin, 25.08.2008. Von HIV und Aids betroffen zu sein bedeutet, wie bei kaum einer anderen Infektionskrankheit, ein überdurchschnittliches Risiko, einen wirtschaftlichen Abstieg hinnehmen und von Sozialtransfer-Leistungen leben zu müssen.
Die Mehrzahl der Menschen mit HIV und Aids wird von der Krankheit in jungen Jahren getroffen, in denen Gesunde Vermögen aufbauen und für ihr Alter vorsorgen. Dank der verbesserten Lebenserwartung steigt auch die Zahl älterer Menschen mit HIV und Aids. Viele HIVPositive werden bis an ihr Lebensende auf Hartz IV oder Grundsicherung angewiesen sein.
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Auch mal deutlich Nein sagen ...
Verfasst von Felix am Do, 06/03/2008 - 18:56.Netzwerk plus ticker # 6
Berlin, 6.3.2008. Keine Sorge, hier geht es nicht um eine neue Abstinzenzkampagne, sondern um Grenzen. Selbst wenn das Geld in den Vereinskassen der Aids-Hilfen knapp ist, sollte man sich von Zeit zu Zeit dem Luxus hingeben, eine Finanzspritze abzulehnen.
So geschehen Ende Januar bei der Münchner Aids-Hilfe (MüAH). Dort verzichtete man dankend auf die finanzielle Förderung der Firma Abbott mit einem knappen Brief, der seine Empfänger auch über die Gründe nicht im Unklaren ließ. Natürlich wäre die Spende für den neuen Transporter des Café Regenbogen schön gewesen, aber in einer globalisierten Welt geht es eben nicht nur um HIV und Aids bei Menschen in München, Bayern, Deutschland oder Europa.
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Menschen mit HIV sind keine Arbeitssuchenden zweiter Klasse
Verfasst von Felix am Fr, 21/12/2007 - 17:50.Netzwerk pus ticker #5
Berlin, 21.12.2007. Arbeit zu haben und eigenes Geld zu verdienen dient nicht nur dem Lebensunterhalt.
Eine sinnvolle Aufgabe bedeutet auch Anerkennung und einen geregelten Tagesablauf.
HIV-Positive haben oft große Probleme, einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden.
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Gummis für alle – und zwar umsonst!
Netzwerk pus ticker # 4
Berlin, 25.6.2007. Mindestens 16 Zentimeter lang muss es sein und die Breite im Verhältnis zum Volumen stehen – so will es die Norm. Die Rede ist vom Kondom, Gummi, Präser. Seit dem Aufkommen von Aids Mitte der 80er Jahre weiß es jedes Kind: Gummis schützen vor HIV und anderen Infektionen. In Deutschland werden 180 Millionen Kondome im Jahr verbraucht – 342 pro Minute. Ihre Verwendung wird in bunten Druckerzeugnissen erklärt, und auf BZgA-Plakaten werden sie werbewirksam über allerlei Obst und Gemüse gestülpt.
Wer bei der Aidsprävention Kontakt mit Menschen auf der Straße hat, kann inzwischen meist ungezwungen über Kondome reden. An Informationsständen sind sie ein beliebtes Give-away mit präventivem Nutzwert. Auf Großveranstaltungen wie dem Berliner Karneval der Kulturen oder bei den CSDs fragen vor allem junge Leute auch direkt nach, ob es kostenlose Kondome gibt, so die Erfahrung von Netzwerk plus.
Denn anders als die vielen Hochglanzbroschüren zu HIV und Aids müssen Kondome im täglichen Leben gekauft werden, obwohl sie in sehr großen Stückzahlen ein Pfennigartikel sind. Und oft sind Präser gerade dann nicht parat, wenn man sie braucht. Wären Kondome immer und überall kostenlos zu haben, wie es Netzwerk plus im Sinne eines effektiveren Zugangs zu Prävention fordert, ließe sich damit sicher gerade in Großstädten die Bereitschaft steigern, sie auch zu verwenden. Bisher sind Berlin und Hamburg nämlich die Orte, an denen am häufigsten ungeschützter Verkehr stattfindet, ergab eine Umfrage des Herstellers Durex.
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Ticker 2007-05-25
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Qualität heisst auch, Betroffene wirklich zu beteiligen!
Netzwerk plus ticker #3
Berlin, 23.5.2007. Aidshilfe ist kein Selbstzweck. Wer den Anspruch erhebt, Interessenvertreter von Menschen mit HIV und Aids zu sein, sollte sie auch an wichtigen Entscheidungen verbindlich teilhaben lassen. Für einen Verband erhöht sich dadurch nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit gegenüber Politik, Geldgebern und der Gesellschaft.
Mehr als zehn Jahre nach seiner Gründung hat die Forderung von Netzwerk plus, den unmittelbar von HIV und Aids Betroffenen innerhalb der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) eine stärkere Stimme zu geben, nichts an Aktualität verloren. In den Anfangsjahren der DAH war es selbstverständlich, dass an der Spitze des Verbands auch Menschen mit HIV und Aids die Arbeit steuerten. Heute gibt es im DAH-Vorstand, immerhin dem wichtigsten Gremium zwischen den nur jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen, niemanden mehr, der oder die als HIV-Positive/r offensiv diese Funktion wahrnimmt. Vorhandene Strukturen, wie zum Beispiel Delegiertenrat oder Netzwerke, reichen dafür nicht aus.
Das Prinzip "Nichts über uns ohne uns" ist heute aktueller denn je und weltweit zu einem Qualitätsstandard in der Aids-Arbeit geworden. Netzwerk plus fordert deshalb schon jetzt für die anstehende Vorstandswahl im Oktober 2008, dass auch Menschen mit HIV und Aids sowohl in der Findungskommission als auch im neuen Vorstand vertreten sind. Die DAH muss strukturell wieder mehr Selbstvertretung in ihren Entscheidungsgremien zulassen - notfalls durch eine Quotenregelung. Die Art, wie Kandidaten/innen in den letzten Jahren nominiert und "aufgebaut" wurden, ist jedenfalls für viele Menschen mit HIV und Aids nicht transparent und nachvollziehbar. Die DAH als Interessenverband sollte in diesen Fragen schnellstens umdenken und die Voraussetzungen für eine aktive Suche nach geeigneten Kandidaten/innen schaffen.
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Lücken in der Versorgung von schwerst pflegebedürftigen Menschen mit HIV und Aids endlich schließen!
Netzwerk plus ticker #2
Berlin, 20.02.2007. Menschen, die mit dem HI-Virus leben, haben ein hohes Risiko, so schwer zu erkranken, dass sie nicht mehr alleine für sich sorgen können. Besonders HIV-Positive, die schon sehr lange mit einer Aids-Diagnose leben, haben zunehmend auch psychiatrische Krankheiten. Die Folgen sind Sprach- und Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen, Psychosen und Beeinträchtigungen des Gedächtnisses bis hin zur Demenz.
Wenn die Versorgung durch einen ambulanten Pflegedienst oder betreutes Wohnen nicht mehr sicher gestellt werden kann, bleibt meistens nur der Weg in eine stationäre Einrichtung. Gerade in Regionen mit schlechter sozialer Infrastruktur werden schwerst pflegebedürftige Aidspatienten/innen dann mangels anderer Alternativen in Altenheimen oder psychiatrischen Kliniken untergebracht, die für ihre Versorgung ungeeignet sind. Mit Unterstűtzung der modernen antiretroviralen Therapie werden viele HIV-Positive heute immer älter: 1989 war nur etwa ein Viertel von ihnen über 40 Jahre alt, 2006 war es mehr als die Hälfte. Sie haben andere Bedürfnisse als alte Menschen. Menschen mit HIV und Aids fühlen sich in Altenheimen und Psychiatrien ins Abseits abgeschoben und vergessen.
In ganz Deutschland gibt es nur etwa ein halbes Dutzend stationärer Einrichtungen, die ihre Leistungen speziell für jüngere schwerst pflegebedürftige Bewohner/innen anbieten. Im Vordergrund stehen nicht nur die Pflege, sondern individuelle Therapien für eine bestmögliche Rehabilitation. So muss stationäre Pflege nicht in jedem Fall die "Endstation" sein. Gerade angesichts der Zunahme jüngerer Pflegebedürftiger mit HIV und Aids sind solche Einrichtungen ein wichtiger Baustein in der Versorgung, der bisher weitgehend fehlt.
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Ticker 2007-02-20
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Interessenvertretung braucht Engagement.
Netzwerk plus ticker #1
Berlin, 29.11.2006. Jedes Jahr findet am 1. Dezember der "Welt-Aids-Tag" statt. In Deutschland wird aus diesem Anlass vor allem über die steigende Zahl von HIV-Infektionen berichtet. Nicht mehr im Mittelpunkt des Interesses stehen die Menschen selbst, die täglich ihren ganz persönlichen "Aidstag" haben. Für viele von ihnen ist Aids zwar nicht mehr akut lebensbedrohlich, das Leben mit der Krankheit ist aber nach wie vor nicht einfach.
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